
Das Abendmahl, wie es in der evangelischen Kirche gefeiert wird, knüpft an verschiedene biblische Überlieferungen an.
Eine zentrale Bedeutung hat in der klassischen Abendmahlsliturgie das letzte Mal Jesu mit seinen Jüngern am Tag vor seiner Kreuzigung; es erinnert aber auch
- an die jüdische Tradition des Passahmahls,
- an die Tischgemeinschaften, die Jesus auch mit den Ausgestoßenen und Randgruppen der damaligen Gesellschaft feierte, und
- an die "Erscheinungsmahle", die der aufserstende Jesus mit seinen Freundinnen und Freunden feierte.
Im "letzten Abendmahl" hat Jesus nach der Überlieferung der Bibel das Brot gebrochen und mit einem Segenswort weitergegeben, anschließend wurde der Wein gesegnet und weitergereicht.
Im Christentum hat sich schnell nach dem Kreuzestod Jesu eine Tradition gebildet, die eine gemeinsame Mahlzeit als Erinnerung an ihn feierte. Ursprünglich ging es dabei um eine gemeinsame Mahlzeit und um die Gewissheit, dass Jesus den Menschen im Abendmahl besonders nahe sein will - ja mitten in der Abendmahlsgemeinschaft anwesend ist.
Erst Paulus unterschied zwischen gemeinsamer Sättigungsmahlzeit (= Agapemahl / Liebesmahl) und Abendmahl, wie es noch heute gefeiert wird.